Meisterkoch verklagt einen Namensvetter aus Kammer – Traunsteiner Tagblatt

Meisterkoch Alfons Schuhbeck klagt gegen den Lehrer Sebastian Schuhbeck aus Kammer auf Herausgabe von dessen schon seit 2004 betriebener Internet-Domain www.schuhbeck.com. Pikanterweise handelt es sich bei dem Beklagten um einen Verwandten von demjenigen Sebastian Schuhbeck, der Alfons (seinerzeit noch Alfons Karg) durch Adoption überhaupt erst in den Schuhbeck-Clan aufgenommen hat. Die Verhandlung am Landgericht München I ist am 6. Dezember.
Üblicherweise hat man mit so einem Ansinnen keinen Erfolg, denn auch im Internet gilt der sogenannte Prioritätsgrundsatz, das heißt, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Und nachdem Sebastian Schuhbeck diese Website unter der genannten Domain schon seit inzwischen fast acht Jahren betreibt, ist der Fall eigentlich erledigt. Aber nur fast, denn Alfons Schuhbeck beruft sich auf seinen »überragenden Bekanntheitsgrad« und zitiert ein Urteil des BGH im Fall Shell.de.
Sebastian Schuhbeck will das nicht gelten lassen. »Zugegeben, durch seine Auftritte in Koch-Shows hat Alfons zumindest bei der Zielgruppe solcher Sendungen eine gewisse überregionale Bekanntheit erlangt; aber seinen Bekanntheitsgrad generell auf eine Stufe mit Shell zu stellen, halte ich – vorsichtig formuliert – für etwas kühn und den Ausdruck eines schon sehr stark ausgeprägten Selbstbewusstseins,« meint der Lehrer und stellt sich stur.
»Wo kämen wir denn da hin! Das erinnert ja ein bisschen an eine mittelalterliche Feudalherrschaft: Da bestellt der kleine Bauer jahrelang einen Acker und auf einmal kommt der Herr Marktgraf mit einem Fanfarenzug und möchte ihm diesen wegnehmen«, schimpft Lehrer Schuhbeck. Und weiter meint der Religionslehrer – nicht ohne ein Augenzwinkern: »Mir ist schon klar, dass das ein Kampf David gegen Goliath ist, aber wir alle wissen ja, dass David den Kampf damals letztlich gewonnen hat.«
Der Religionspädagoge Schuhbeck weiter: »Ich selbst berufe mich auf eine Entscheidung des Landgerichts Düsseldorf im Falle Hudson.de, in dem das Gericht einem Privatmann namens Phil Hudson, der schon seit Jahren eine Website www.hudson.de betrieb, die besseren Rechte gegenüber dem Hudson Konzern (Hersteller von Damen Feinstrumpfhosen und anderen Strickwaren) zubilligte.
Unter www.schuhbeck.com findet man seit über sieben Jahren das Informationsangebot zum Einsatz von Internet und Multimedia im Religionsunterricht in der Funktion Sebastian Schuhbecks als »Bayerischer Landesbeauftragter für Computereinsatz im Religionsunterricht«. Eine Verwechslung mit irgendwelchen Kochprodukten oder Gewürzen ist nach seiner Ansicht für einen durchschnittlich aufgeklärten und gebildeten Internetnutzer völlig ausgeschlossen. »Und geradezu böswillig absurd erscheint mir der Vorwurf der Gegenseite, ich hätte diese Domain nur gewählt, um damit Traffic auf meine Website zu locken.«
Der Waginger Gastwirt Sebastian Schuhbeck, der seinerzeit durch Adoption einen jungen Erwachsenen namens Alfons Karg zu Alfons Schuhbeck gemacht hat, ist ein Cousin des Großvaters von Sebastian Schuhbeck.Quelle: http://www.traunsteiner-tagblatt.de/includes/mehr.php?id=16066