Markdown ist die Zukunft des Schreibens

Wenn man das Schreiben ernst meint, dann ist es Zeit, Markdown ernst zu nehmen.

Lass mich kurz darauf eingehen, was ich meine, wenn ich sage “Schreiben”: Damit meine ich lange Artikel, die ihre Zeit bei der Erstellung brauchen und gut durchdacht sein sollen. Ein langes Mail, eine kurze Geschichte, einen Liebesbrief oder einen Business Plan.

Das haben wir nicht vergessen. Die Zeit der Langformkommunikation ist schwer im Kommen. Es mag damit begonnen haben, dass man den Laserdrucker erfunden hat. Von der Schreibmaschine weg über WordPerfect zu Word und letzten Endes WordPress.

Wage mit mir einen zweiten Blick. Diese Erfindungen mögen aus uns bessere Publizierer gemacht haben aber nicht unbedingt bessere Schreiber. Willst du wissen, wie viele Leute deinen Urlaubsblog gelesen haben oder deinen Artikel über deinen Tag im Shoppingcenter. Kein Problem! Publizieren ist in den letzten Jahren explodiert!

Schade nur, dass die Aufmerksamkeit auf der Form liegt, weniger auf dem Inhalt. Deshalb haben sich ernsthafte Schreiber auch etwas einfältigeres gesucht, etwas, mit dem sie einfach nur schreiben können. Der Vollbildmodus von WordPress ist dabei schon zusehends zu Hilfe geworden. Trotzdem gilt es an der ein oder anderen Stelle einen Sinnabschnitt nicht nur im Text, sondern auch in der Textform hervorzuheben. Jetzt geht die große Suche nach dem passenden Icon zum Ändern einiger Wörter in eine Überschrift los. Nicht so mit Markdown. Markdown ist nach der Erfindung der Schreibmaschine die Größte, die die Geschichte des Schreibens hervorgebracht hat.

Markdown ist relevant

Die simple Antwort ist: “Content over Form”. Es geht also Primär um den Inhalt und dann erst um das Aussehen des Textes. Außerdem bietet Markdown die Möglichkeit, den Text lebendig zu machen; dem Text und seinen Elementen beibringen, was sie sind. Bin ich eine Überschrift, bin ich ein Listenelement, bin ich hervorgehoben oder fett oder doch nur normaler Text? Diese Fragen kannst du deinem Text und seinen Elementen beantworten, wenn du die Markdown Syntax verwendest.

Markdown Editor

Nun, da du weißt, dass Markdown deinen Text mit “self-awareness” versorgt, sollte ich dir sagen, dass du dazu unbedingt einen Markdown Editor brauchst. Vor Allem als Einsteiger. Später kännst du deine Texte auch in jedem einfachen Text-Editor, der mit deinem System mitkommt erstellen. Wenn du die Syntax im Blut hast, ist das kein Problem. Hast du schon jemals ein Smiley am Ende eines Satzes gemacht? Oder ein – am Anfang einer Zeile, um eine Aufzählung zu markieren? Dann bist du nicht weit von Markdown entfernt.

Markdown eine Chance geben

Versteh mich nicht falsch, natürlich solltest du dir auch darüber Gedanken machen, wie dein Dokument aussieht. Aber mach das, nachdem du geschrieben hast, nicht währenddessen. Es ist so: Jede Sekunde, die du darauf verwendest darüber nachzudenken, wie deine Überschriften aussehen sollen und unter welcher Hierarchie dein Auflistungspunkt ist, während du gefühltermaßen schreibst, ist eine Sekunde, die du eben nicht schreibst. Außerdem killt es deinen Fluß, obwohl du ausgetrickst wirst und denkst, du bist produktiv.

Mit Markdown auf der anderen Seite, kannst du bedeutungsvolle Aspekte hervorheben, ohne dir einen Kopf über die Präsentation des Textes zu machen. Du konzentrierst dich damit auf die Ideen, nicht auf das Aussehen.

Markdown ist vom Gedenken her wirklich einfach, sodass Formatierungen, die dir zur Verfügung stehen limitiert sind: fett, kursiv, Überschriften, Listen, Links, Bilder, Fußnoten und Zitate. Das war’s. Das mag wie ein Rückschritt aussehen, wenn du es gewohnt bist, dutzende Textstile, unendliche Schriftartauswahlen, Seitenränder und “Smart Art” zu verwenden. Aber das kann später kommen. Im Moment schreibst du einfach nur.

Viel wichtiger ist, wenn du dich auf die Basics konzentrierst, erhältst du ein wesentlich universelleres Dokument. Ein Dokument, dass überall gerendert werden kann in jedes Format. Offline und Online. Außerdem hast du nur über den Inhalt des Textes die Kontrolle. Über die Darreichung in den meisten Fällen nicht.

It’s easier if you see it…

Darum hier ein Link, um sich in Markdown einzuarbeiten: http://daringfireball.net/projects/markdown/