Fahrt der ersten Aristokraten

In manchem Kreis dieser Republik würde man die erste Fahrt der autonomen Fahrtengruppe Obers wohl eine konstituierende Fahrt nennen. Eine Gründungsfahrt, das erste Erlebnis als Fahrtengruppe.

das erste Erlebnis war es für uns alle nicht. Lange schon sind wir einander keine Fremden. Nein, diese Gruppe wurde gefügt durch wilde Brände. Der Rest, der bleibt ist die heiß glühende weiße Asche. Der Phoenix der einst unser Banner zierte wartet bis zum heutigen Tage auf seine Einäscherung. Das wird und kann nicht ausbleiben, das ist beschlossene Sache. Ein leben auf Fahrt, nein, das ist uns nicht vergönnt aber der Funken der Hoffnung glimmt in unser aller Herzen und so ist es nicht verwunderlich, wenn man uns im Wald wiederfindet. Zwischen den Zweigen wo uns niemand vermutet noch sucht. Der Zeitpunkt und die Spanne bis zur letzten Stunde ungewiss. Das Ziel zeigt sich uns auf dem Weg. Der Wind und das Herz weisen uns die Richtung.

Wenn man glauben mag, der gefügte Kreis sei ein vollständiger, so täuscht man sich. Nicht alle haben dieses Mal den Ruf gehört. Stört und kümmert uns nicht. Dabei ist nur, wer den Ruf hört und ihm folgt. Der Anderen Anwesenheit bleibt uns diesmal versagt. So wurden die Aristoktraten eingesetzt. Nicht gewählt, ernannt. Vom Gründer und Führer der Fahrtengruppe Obers.

Das Ziel der Fahrt ist idyllisches Gelände nicht fern, nur weit genug ab der Zivilisation. Koordinaten, Wegweiser oder Hinweise sucht man? Diese wird man von uns nicht erhalten. Wir wandern nicht umsonst weg vom grauen Alltag, wir wandern und wandern um zu fliehen. Nein, nicht in Eile, noch aus Angst oder Sorge. Aus Freiheit wandern wir und fliehen.

Eines lauen Sommertags, ich entsinne mich, wird das leise Rufen unseres Herzen lauter. Der seufzer bahnt sich den Weg in die Gedanken und schon bald wird statt gedacht gesprochen, geschmiedet, geplant, gefahren. Horrido. Du südliches Gefilde. Der Wind trägt uns auf unseren Fahrrädern und mancher stöhnt unter der Last. Sind es doch nur drei Gesellen und vier Kohtenbahnen neben der Versorgung für eine halbe Kompanie. Am Fuße eines Berges eine Stärkung, dann gilt es frischauf den Berg zu erklimmen. Erst auf dem Rade, dann per pedes. Diesmal ist es Tag und der Anstieg bald geschafft. Ein junger Baum fällt unserem Wunsch nach einem Kreuz im Giebel unseres schwarzen Zeltes zum Opfer, auch wollen Pflöcke geschlagen werden um die Stoffe auf Spannung bringen.

Schon bald knistert das Feuer, brodelt der Chai und backt der Fladen. Ja, wir sind auf Fahrt und kein Mensch ist da, der uns das verweigert oder uns beneidet. Das zu schätzen ist man nicht in der Lage, wenn ich mir die Töne so vergegenwärtige, die ich die meiste Zeit ertragen musste. Schlaft ihr nur in euren vier Wänden unten im Tal und wartet bis die Sonne scheint, um sie wieder zu verlassen ohne Murren. Wir haben an der heißen Glut unsere Geschichten erzählt und schlummern in den vier Wänden unserer schwarzen Heimat aus Baumwollstoff. Und mag es geregnet haben diese Nacht. Es kümmert uns nicht und wir können es gar nicht ausmachen. Die Glut war so heiß, dass von Tropfen in und ums Zelt längst nichts mehr übrig ist. Die Existenz der Tropfen endet, wenn nicht in unseren Köpfen, an der Buchenglut kurz hinter dem Windkanal.

Der Morgen graut, die Sonne steht fast im Zenith, da setzen wir uns auf um einen neuen Fladen zu backen, unsere Köpfe in der klirrenden Kälte des fließenden Gewässers in der Nähe zu waschen und Energie für den Abstieg und die Reise ins traute Heim anzutreten. Dort angekommen machen wir einen Versuch. Fladen in einem Backofen. Nein, das schmeckt nicht wie im Wald, das ist geschmacklose leere. Fades Salz.

Zeit in der Wildnis, der Freiheit. Wenn auch nur ein Tag oder eine Nacht. Wir haben es auf ein Neues fertiggebracht.