Bass Frequenzen im Live-Mix

Live-Musik soll dazu anregen, dabei zu sein und mit zu machen. Zum Beispiel durch Tanz. Ein wichtiger Faktor für einen guten Live-Mix ist daher aus meiner Sicht – abgesehen von einem ästhetischen Klang – der Bass-Anteil. Nicht umsonst sagt man, dass ein Beat “stampft” oder eher “stampfen” muss. Bumm Bumm Bumm Bumm. Ein bekanntes Beispiel dafür ist 4 on the floor. Um den Beat zu unterstützen, kann man die Bass Frequenzen anheben. Dazu ist es allerdings nötig, den Mix klanglich insgesamt aufzuräumen. Das gelingt mit dem besten verfügbaren Multi-Band-Kompressor.

tame-bass

Aus meiner Sicht sollte man auf dem Master Kanal mit jeglicher Frequenz-Manipulation immer behutsam umgehen, erst recht, wenn es ein Mix/Master für eine Aufnahme ist. Das gilt für sämtliche Insert-Effekte. Zum Bespiel Limiter, Kompressor, Equalizer (Grafisch und Parametrisch), Hall und Delay. Im Live-Mixing kann man allerdings gut und gerne ein wenig experimentieren, da ja die Umgebung auch insgesamt weniger kontrolliert ist oder Kontrolle zulässt, als bei einer Aufnahme.

Im Bild kann man schön sehen, dass der Hoch Frequenz Bereich relativ zahm angegriffen und mit 1,2:1 ab -13dB komprimiert wird. Die Mitten werden schon etwas mehr kontrolliert und der Bass Bereich hingegen nicht ganz so stark. Das gesamte Klangbild hängt natürlich stark von den räumlichen Gegebenheiten und der eingesetzten Technik ab. Generell gilt allerdings, dass man seine Frequenzen zunächst unter Kontrolle bringen sollte. Nachdem das Klangbild nun mit einem Multi-Band-Kompressor gezähmt wurde, kann man entweder mit dem Gain beim Kompressor für den Niederfrequenzbereich arbeiten und damit die Lautheit der Bass Frequenzen erhöhen, oder man arbeitet mit einem Parametrischen Equalizer. Das ist mir persönlich lieber, denn da kann ich mit den Frequenzen freier hantieren. Beim Multi-Band-Kompressor kann ich nur den Frequenzbereich hervorheben, den ich zuvor komprimiert habe. Wenn ich aber einen Equalizer nachschalte, habe ich wieder die freie Wahl über die Frequenzen, die ich manipulieren möchte.

Pump up the Bass

In diesem Bild lässt sich schön erkennen, dass die Frequenzen unter ca. 40Hz um 3dB angehoben werden. Das ist effektvoll genug und man stellt eindeutig fest, dass im Publikum dadurch mehr Bewegung statt findet, als ohne die Anhebung. Voraussetzung ist natürlich, dass alle ausgeschlafen sind.

In den angegebenen Grafiken lässt sich feststellen, dass ich hier mit einem Allen & Heath GLD-80 arbeite.

Probiert es doch einfach mal aus und bringt mehr Bewegung ins Publikum.